Wiesenbad bekommt Ortspyramide
Vier Freiwillige wollen “Peremett” für Heimatort bauen – Vorschläge für 5. Figur und Finanzspritzen gefragt

Eine Vision: Das Brunnenhaus (Foto) soll als Pyramide am Eingang des Kurparkgeländes in Thermalbad Wiesenbad stehen. (Fotomontage: Albrecht Lange)
Von Sonja Lippert
Thermalbad Wiesenbad. In allen Orten des Ex-Landkreises Annaberg drehen sich wieder die Ortspyramiden – nur in Thermalbad Wiesenbad nicht. Denn der Ort, in dessen Kurklinik jährlich Hunderte Patienten von überallher Heilung suchen, besitzt kein erzgebirgisches Wahrzeichen dieser Art. Das beklagte auch Ute Knappe aus der Gemeinde am „Freien Presse”-Lesertelefon: “Wann bekommt Thermalbad Wiesenbad endlich eine Weihnachtspyramide? Es gibt zwar einen kitschig bemalten Schwibbogen, aber der spiegelt unser Heimatgefühl nicht wieder. Auch für die Sanatoriumsgäste wäre eine Pyramide schön.”
“Freie Presse” hakte nach und erfuhr: Das Ganze ist bereits auf einem guten Weg. Vier Freiwillige: Architekt Frank Schönherr, Bauingenieur Udo Neisz sowie die beiden Zimmerleute Uwe Hilbert und Ingolf Hörschel wollen für ihren Heimatort eine “Peremett” entwerfen und bauen. Sie soll sich ab Advent 2009 auf dem neu angerichteten Platz am Eingang des Kurparkgeländes drehen. Die Vier haben auch schon ganz konkrete Vorstellungen. Auf einem Sockel soll das ehemalige Brunnenhaus der Hiobsquelle im Kurparkgelände in Holz nachgebildet werden, dessen Dach die Flügel zieren. Innerhalb der Rundbögen werden fünf Figuren ihre Kreise ziehen: Der Schäfer, der einst die Quelle entdeckte, eine Badefrau, ein Bergmann mit einem Amethysten, der an den mineralienreichen Seidelgrund bei Wiesenbad erinnert, und eine Figur mit einem Flachsbündel. Diese symbolisiert, dass der Ort einst eine florierende Flachsspinnerei beherbergte. “Über Nummer 5 möchten wir gern die Wiesenbader selbst entscheiden lassen”, sagt Udo Neisz, der sich den Hut fürs Projekt aufgesetzt hat und Vorschläge unter Telefon 03733-556228 entgegennimmt.
“Das Vorhaben könnte um die 30.000 Euro kosten”, sagt Neisz, der auf tatkräftige finanzielle Unterstützung seitens der Wiesenbader hofft. Erste Sponsoren hätten Hilfe zugesagt. Wer spenden möchte, könne bei ihm die Kontonummer erfahren, erklärt der Heimatfreund, der auch OdenStammtisch des Ortes – eine Vereinigung von Gewerbetreibenden – hinter dem Vorhaben weiß.
Neisz informiert darüber, dass der Architekt beim nächsten Treff der Truppe einen Entwurf vorlegen will. Danach baut Uwe Hilbert ein Modell, dass an öffentlicher Stelle begutachtet werden kann. Ginge es nach der Leitung der Kurklinik, könnte sich die Pyramide sofort drehen – sie hat schon ein Elektrokabel zum künftigen Standort gezogen.
Quelle: Freie Presse, Annaberger Zeitung, Dezember 2008





