Historie

Historie

Ein kurzer Streifzug durch Geschichte und Gegenwart des Thermalbades

Ende des 15. Jahrhunderts – So hat alles angefangen

 
In der Rosenaue (Standort der heutigen Rehabilitationsklinik wird nach der Legende eine lauwarme Quelle von einem Schäfer entdeckt. Die Kunde von der heilkräftigen Wirkung des Quellwassers zieht seitdem viele kranke und hilfesuchende Menschen in das „Warme Bad bei Annaberg“.

Charakteristisch für die Region ist die seit dem 12. Jahrhundert beginnende Besiedlung des Urwaldes (Miriquidi – Dunkelwald) durch Bauernfamilien aus Franken, Thüringen und Bayern sowie den späteren Silber- und Zinnerzbergbau um die Bergstädte Annaberg, Ehrenfriedersdorf und Geyer.

 
16. und 17. Jahrhundert – Die Entwicklung des Bades vom Wallfahrtsort zum Adelsbad

1501
Der Rittergutbesitzer von Wiesen (heute Wiesa) und Bergherr von Geyer, Johann Friedrich, lässt die Quelle fassen. Gleichzeitig entstehen eine Wallfahrtskapelle und ein kleines Badehaus. Diese Quelle deckt den Thermalwasserbedarf für den künftigen Kur- und Badebetrieb bis zum Jahr 1921.
1505
Durch den Bischof zu Meißen erfolgt die Weihe der Quelle. Der Wallfahrtsort erhält den Namen des Schutzheiligen der Kranken und Gebrechlichen „St. Hiobs-Bad“ (St. Jobs-Bad).
1576
Johann Göbel (Gobelius), Leibarzt des Kurfürsten von Sachsen, verfasst eine erste Beschreibung des Bades, die „Diagraphia Thermalium aquarum in Misna apud Hermundures sitarum prope Annaebergum“ – 1609 vom Physikus der Stadt Annaberg, „Sachsens ältesten Gewerbearzt“, Dr. Marin Pansa ins Deutsche übersetzt, unter dem Titel „Klare Beschreibung des Wiesenbades“.
1593-1607
Die verwitwete Kurfürstin Sophie (Gemalin des Kurfürsten Christian I.) weilt in dieser Zeit wiederholt im St. Hiobs-Bad in der Rosenaue zum Baden.
1602
Für sie wird das sogenannte Fürstenhaus (heute Robert-Koch-Haus) mit Café Sophie) und ein Badehaus (heute Strümpell-Haus) gebaut. Ihr zu Ehren erhält das Bad den Namen „Sophienbad“. In den folgenden Jahrhunderten wechseln sehr häufig die Besitzer des Bades.
1659
Landesbaumeister von Klengel berichtet über die Wiesenbader Amethystengruben, welche unter Oberhoheit des Kurfürsten von Sachsen stehen. Die ehemaligen Fundstätten sind heute ein Naturdenkmal.

 
18. und 19. Jahrhundert – Der Ort erhält den Namen „Wiesenbad“ und entwickelt sich zu einem anerkannten Kurort, auch für Badegäste aus dem Ausland

1791
In den schriftlichen Quellen erscheint neben „Sophien-Bad“ auch die Bezeichnung „Wiesenbad“.
1827
Auf dem Kurgelände wird ein Kurhotel, das heutige Kurhaus, erbaut.
1854
Am 6. September werden Badehaus und Gasthaus durch ein Großfeuer vollständig vernichtet. Auf den Grundmauern des Gasthauses entsteht die heutige Wandelhalle.
1857
Das Badehaus wird neu erbaut und mit dem Turm des ehemaligen Gasthauses versehen.
1859/1860
Im Ortskern von Wiesenbad nimmt eine mechanische Flachsspinnerei die Produktion auf.
1863
Das Bad geht in den Besitz der Familie Hohl aus Annaberg über und wird vom Rittergut Wiesa separiert.
1889
Das Felsplateau „Bastei“ wird für die Kurgäste und Wanderer zugängig gemacht.
1896
Die Firma Meyer u. Co. AG (Flachsspinnerei) erwirbt das Bad. Auf Veranlassung der Eigentümer werden neue Bohrungen unternommen und die Badeanlagen modernisiert.
1899
Zu Ehren des verstorbenen Reichskanzlers von Bismarck wird am 1. Juli ein Aussichtsturm eingeweiht. Dieser Turm wird im Volksmund auch „May’s Turm“ genannt.

 
20. Jahrhundert und Beginn des 21. Jahrhunderts – Von der Entdeckung und Erschließung neuer Quellen zum modernen Rehabilitationszentrum

1919-1921
Im Verlauf geologischer Erkundungen werden im Kurgelände neue Quellen entdeckt. Das Heilwasser der im Jahre 1921 erschlossenen Georgsquelle deckt bis heute den Bedarf an Thermalwasser.
1921-1922
Renovierungen und Umbauarbeiten verändern das Aussehen des Kurgeländes. Das Charlottenhaus (heute Paracelsus-Haus) wird als modernes Kurhaus seiner Bestimmung übergeben.
1939-1945
Im 2. Weltkrieg dient die Kuranlage als Lazarett.
1945-1951
Nach dem 2. Weltkrieg werden die Gebäude als Notunterkünfte für Flüchtlingsfamilien und Ledigenwohnheim genutzt. Am 1. Juli 1951 wird die Sozialversicherung Rechtsträger. Durch umfangreiche Reparatur- und Rekonstruktionsmaßnahmen gelingt es, die Bausubstanz der ehemaligen Kureinrichtung zu erhalten.
1952-1953
Eine Denkschrift, die den gegenwärtigen Zustand der Kureinrichtung sowie die Möglichkeiten eines neuen Kurbetriebes beinhaltet, wird der Regierung der DDR übersandt.
Im Jahre 1953 stellt die Staatsführung die notwendigen Mittel für die Werterhaltung der Kuranlagen zur Verfügung.
1954-1955
Es erfolgt ein komplexer Um- und Ausbau des Bades.
Die Regierung der DDR stellt für den Wiederaufbau ca. 3 Millionen Mark zur Verfügung.
1955
Wiedereröffnung des Sanatoriums. Die Klinik verfügt über 170 Kurplätze für Erwachsene und 30 Plätze für Kinder. Mit 677 Kuren im Jahr ist Wiesenbad zu diesem Zeitpunkt das einzige Thermalbad der DDR.
1956
Am 1. Januar Gründung der Gemeinde Thermalbad Wiesenbad. Die Ortsteile Wiesenbad, Himmelmühle, Plattenthal, Hinterfalkenbach/ Siedlung des Friedens gehören somit zur jüngsten Gemeinde des Kreises Annaberg.
1958
Im Robert-Koch-Haus wird eine Kinderstation mit Sonderschule eingerichtet.
1971-1974
Im Rahmen des Ausbaus wird das Charlottenhaus erweitert und als Bechterewhaus bezeichnet. Badehaus und Kurhaus werden durch eine Brücke verbunden.
1982
Die Kureinrichtung erhält die amtliche Einstufung zum „Kliniksanatorium“.
1992
Die Gesellschaft für Kur- und Rehabilitation mbH, deren alleiniger Gesellschafter die Gemeinde ist, wird gegründet.
Gleichzeitig beginnt die komplexe Sanierung und Erweiterung des gesamten Kurgeländes mit einem Investitionsaufwand von ca. 90 Millionen DM unter Bereitstellung von ca. 35 Millionen DM Fördermitteln des Freistaates Sachsen.
1994
Das neue Bettenhaus mit Küche und Speisesaal ist nach Prof. Arnold benannt, der sich seit 1955 als Chefarzt für den Neubeginn des Kurbetriebes eingesetzt hat.
1995
Am 21. April Eröffnung des modernen Kurmittelhauses mit der Therme „Miriquidi“, die sowohl den stationären Kurgästen als auch der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.
1997
Im Juni wird das Robert-Koch-Haus (ehemaliges Fürstenhaus) mit Café „Sophie“ den Kurgästen übergeben. Am 6. Oktober erhält Thermalbad Wiesenbad die staatliche Anerkennung als Erholungsort.
1998
Am 26. Juli erfolgt die Wiedereröffnung der Trink- und Wandelhalle nach komplexer Sanierung. Ende 1998 staatliche Anerkennung der Georgsquelle als Heilquelle für Trink- und Badekuren.
1999-2000
Am 1. Januar 1999 erfolgt die Bildung des Gemeindeverbandes Wiesa mit den Ortsteilen Neundorf, Wiesa, Schönfeld und Thermalbad Wiesenbad.
21. April 1999 feierliche Prädikatisierung für Thermalbad Wiesenbad als „Ort mit Heilquellenkurbetrieb“.

21. Mai 2000 im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich des 5-jährigen Bestehens der Therme „Miriquidi“ erfolgt die Wiedereröffnung des rekonstruierten Bismarckturms als Aussichtsturm.

Beginn Abbruch- und Erschließungsarbeiten in der Ortsmitte auf dem Gelände der ehemaligen Flachsspinnerei zur Errichtung eines neuen Kurparks und Entwicklung eines Ortskerns.