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Thermalbad Wiesenbad – Warnstreiks der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ausgerufen

 

Die Tage des 21. und 22. Januars gehen nicht unbedingt in die Erfolgsgeschichte des kleinen Kurortes Thermalbad Wiesenbad im Herzen des Erzgebirges ein. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di fordert die knapp 120 Beschäftigten der Thermalbad Wiesenbad Gesellschaft für Kur und Rehabilitation mbH – kurz Kurgesellschaft – zu Arbeitskampfmaßnahmen bei laufenden Tarifverhandlungen auf.

An beiden Tagen beteiligen sich ca. 24 der 120 Beschäftigten und damit knapp 20% der Belegschaft der Kurgesellschaft an diesen Warnstreiks. Die knapp 60 Beschäftigten der Tochtergesellschaft – der Miriquidi Service GmbH – die am Standort für die Bereiche Hausmeisterdienste, Catering und Reinigung zuständig ist, sind nicht betroffen. Bei Betrachtung beider Gesellschaften, die eine enge Zusammenarbeit pflegen, muss an diesen beiden Tagen auf knapp 11% der Belegschaft verzichtet werden.

Durch das überdurchschnittliche Engagement der verbleibenden Belegschaft, welche leider im Rahmen derartiger Arbeitskampfmaßnahmen auch gern als sogenannte „Streikbrecher“ bezeichnet werden, konnte der Betrieb der Kurgesellschaft nahezu reibungslos aufrechterhalten werden. Es gab kaum Einschränkungen in der Versorgung der Patienten & Gäste, vorrangig alle im Hause untergebrachten Gäste erhielten die reguläre ärztliche, pflegerische und natürlich versorgungstechnische Betreuung. Im Bereich der Therapie konnte die Vielzahl an Einzelanwendungen realisiert werden – ein kleiner Anteil an Gruppentherapien muss nachgeholt werden.

An dieser Stelle bedanken sich die Geschäftsführerin, Frau Ricarda Lorenz und die Gesellschafterin der Kurgesellschaft – vertreten durch die Bürgermeisterin des Kurortes, Frau Berit Schiefer, für das gezeigte Engagement der Belegschaft der Kurgesellschaft und der Miriquidi Service GmbH zur Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes.

Aufgrund der Vielzahl an Presseinformationen ist es der Geschäftsleitung der Kurgesellschaft wichtig, den aktuellen Verhandlungsstand aus Arbeitgebersicht zu kommunizieren.

Die Kurgesellschaft besitzt seit Mitte der 90iger Jahre einen Haustarifvertrag mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Dieser Haustarifvertrag wurde seither mehrfach nachverhandelt und aktualisiert. Seit Ende 2012 bzw. Anfang 2013 signalisierte die Geschäftsleitung erneut Verhandlungsbereitschaft an die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di um den gültigen Tarifvertrag an aktuelle Marktstrukturen anzupassen. Leider war ver.di erst Ende Mai 2015 bereit Verhandlungen aufzunehmen. Seit nunmehr 8 Monaten werden über die Bedingungen des Mantel- und Entgelttarifvertrages verhandelt. Der aktuelle Verhandlungsstand weist folgende Rahmenbedingungen aus:

  • 30 Tage Jahresurlaub für die gesamte Belegschaft
  • 1 Tag Gesundheitsurlaub
  •  bis zu 5 Weiterbildungstage pro Jahr – entgeltliche Freistellung
  • Zusatzurlaub bei Schichtarbeit, Zusatzurlaub bei Nachtarbeit
  • Krankengeldzuschuss bis zum Ende der 26. Kalenderwoche
  • Zuschläge für Überstunden (25 %), Nachtarbeit (25 %), Sonntagsarbeit (25 %), Feiertagsarbeit (35 %)
  • monatliche Schichtzulage als Pauschalbetrag
  • bis zu 80 % Jahressonderzahlung – fast ein 13. Monatsgehalt
  •  300 € Urlaubsgeld
  • Anpassung der Tabellenentgelte ab 01.01.2016 um ca. 4,5 % in den wesentlichen Entgeltgruppierungen, weitere jeweils 2 % ab 01.01.2017 und 01.01.2018
  • Funktionszulagen für bestimmte Tätigkeiten (z.B. Datenschutzbeauftragte, Qualitätsbeauftragte etc.)

 

Der aufgezeigte Verhandlungsstand führt natürlich zu nicht unerheblichen finanziellen Mehrbelastungen für die Kurgesellschaft. Selbstverständlich muss diese Mehrbelastung konform zu den übrigen Investitions- und Instandhaltungskosten der Kurgesellschaft gehen. Nur so kann nach Aussagen der Geschäftsführerin, Frau Ricarda Lorenz, der Standort der Gesellschaft langfristig gesichert werden. Aus Sicht der Tarifkommission der Arbeitgeberseite, welche aus Vertretern des Aufsichtsrates und der Geschäftsleitung der Kurgesellschaft besteht, ist damit das Maximum der Leistungsfähigkeit der Gesellschaft unter Beachtung aller Rahmenbedingungen am Markt erreicht. Außerdem muss deutlich kommuniziert werden, dass der Vergleich mit einem Akutkrankenhaus aufgrund der unterschiedlichen Finanzierungsgrundlagen nicht möglich ist. Die durch die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ausgerufenen Warnstreiks sind für die Vertreter der Arbeitgeberseite zum aktuellen Verhandlungsstand sehr fraglich.

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir unter 03733 / 504 – 1181 bzw. unter kur@wiesenbad.de gern zur Verfügung.