DIE Gesundheitsquelle im Erzgebirge

Kurorte setzen verstärkt auf Gesundheitsurlaub

Sachsen lassen sich Wohlfühlen etwas kosten – Neue Therapien kommen gut an

Chemnitz. In den sächsischen Kurorten ist ein Wandel zu beobachten: Die Menschen nutzen verstärkt die Angebote für Gesundheitsurlaub und Wellness, lassen sich die Gesundheit also etwas kosten.
Damit geht das Konzept der Kurorte auf, mehr auf das Gesundheitsbewusstsein der Bürger zu setzen. Denn allein mit Kuren auf Kassenkosten können sie nicht leben.
Mit „Wellness im Kurort“ haben sie sich ein weiteres Standbein geschaffen. Dabei locken etwa 90 Angebote im Freistaat. Und es kommt immer Neues hinzu, sagt der Geschäftsführer des sächsischen Heilbäderverbandes, Helfried Böhme. Der Begriff Wellness ist bei weitem keine moderne Erfindung. Er ist seit über 300 Jahren Teil der englischen Sprache und bedeutet Wohlfühlen und Gesundheit – genau darum geht es.

Hohe Qualität ist Maßstab
Die sächsischen Orte spielen im gesamtdeutschen Kur-Konzert einen wichtigen Part. Nimmt man das europaweit anerkannte Zertifikat zum Qualitätsmanagement –System „DIN ISO 9001-2000“ als Maßstab, sind die Kurorte im Regierungsbezirk Chemnitz spitze. Die Staatsbäder Bad Brambach/ Bad Elster GmbH erhielten es bereits 2004, Bad Schlema, Thermalbad Wiesenbad sowie Warmbad konnten sich die Anerkennung in diesem Jahr anheften. Damit stellt Sachsen zwei Drittel der in Deutschland zertifizierten Kurgesellschaften.
Jeder Kurort hat, der Gegend geschuldet, spezielle Angebote für Gesundheitsbewusste. In Bad Brambach und Bad Elster setzt man Traditionell vor allem auf besondere Bäder. Das reicht vom Bier- über ein IceAge-Bad (Eiszeitbad) in Bad Brambach bis hin zum Schokoladen- sowie Rosenbad in Bad Elster.

Vielfältige Angebote
In Bad Schlema spielt neben dem Radon als Heilquelle Ayurveda eine Hauptrolle. „Ayus“ bedeutet Leben, „veda“ das Wissen, die Wissenschaft. Ayuveda ist die Wissenschaft vom langen Leben – eine indische Heilkunst. Da gibt es etwa Massagen mit Öl oder Seidenhandschuhen. Aber auch bei Türkischen Seifenbädern oder der Tibetanischen Klangschalen-Therapie kann man sich entspannen.
In Warmbad fließt das Wasser der ältesten und wärmsten Thermalheilquelle Sachsens in die Badebecken der Silbertherme. Im Wellness-Bereich steht die Vino-Spa-Therapie im Mittelpunkt: Mit Traubenkernprodukten wird zum Beispiel beim Entschlackungsbad und der Aromaöl-Massage dafür gesorgt, dass die Durchblutung, das Immunsystem und der Fettstoffwechsel in Schwung kommen.
Bereits 1496 soll in Thermalbad Wiesenbad ein Schäfer die heilende Wirkung des Thermalwassers entdeckt haben. Kein Wunder, dass auch heute das Wasser als „Allheilmittel“ ist – als Getränk und als Bad. Dem Wasser werden entzündungshemmende und schmerzlindernde Kräfte nachgesagt. Ein besonderer Anziehungspunkt: die Felsendampfgrotte.
Sachsens Kurorte haben in jüngster Vergangenheit – nicht zuletzt auch durch zahlreiche Bauvorhaben – an Attraktivität gewonnen. Trotzdem drückt an manchen Stellen der Schuh. „Wir brauchen mehr Übernachtungsmöglichkeiten direkt in Nähe der Kurmittelhäuser und Gesundheitsbäder“, so Helfried Böhme.
In der Wellness-Branche habe man die Erfahrung gemacht, dass auch Vier-Sterne-Hotels gefragt sind. Bad Brambach kann sich glücklich schätzen. Dort entsteht ein solches Haus mit „Badmantelgang“. Mitten kommenden Jahres sollen Gäste einziehen können. Schwierig sei, finanzielle Förderungen für den Bau eines Hotels zu bekommen. „Bei der allgemeinen Lage sicher berechtigt, doch in Kurorten sollte mit Augenmaß geholfen werden“, meint Böhme. Allerdings unterstreicht der Vizepräsident des Verbandes, Uwe Schneider, dass ist in erster Linie darauf ankomme, Angebote in den unterschiedlichsten Preisklassen zu präsentieren.

Quelle: Freie Presse, Renate Färber,