DIE Gesundheitsquelle im Erzgebirge

Nach Kräuterpackung auf zu neuen Zielen

Leichtathletik: 400-Meter-Läuferin Jana Neubert von „Olympiakur“ im Thermalbad Wiesenbad begeistert

Thermalbad Wiesenbad. Nur allzu gern würde Jana Neubert in diesen Tagen wieder das Thermalbad Wiesenbad besuchen, denn Erholung kann sie gut gebrauchen. Dabei ist die 22-jährige Leichtathletin des LAC Chemnitz nicht aus sportlichen Gründen jeden Abend völlig platt, sondern in erster Linie aus Beruflichen. Im Rahmen ihrer Ausbildung bei der Bundespolizei streift sie derzeit täglich durch Berlin, um acht Stunden lang fast ununterbrochen für Recht und Ordnung zu sorgen. „Hinterher könnte mein Körper die in Wiesenbad praktizierten Fußmassagen gut gebrauchen“, sagt die Chemnitzerin, die vor kurzem vier Tage lang die Angebote des Thermalbads genoss.
„Olympiakur“ nennt sich das vom Deutschen Leichtathletikverband gemeinsam mit dem Deutschen Heilbäderverband ins Leben gerufene Modellprojekt, das die Kooperation zwischen Sportlern und Erholungseinrichtungen fördern soll. Alle Athleten aus dem Bundeskader waren dabei aufgerufen, Orte ihrer Region vorzuschlagen, die speziell für die Regeneration sehr gut geeignet sind. Auf der Liste, die Jana Neubert beim DLV abgab, befand sich unter anderem Thermalbad Wiesenbad. „Hierher bin ich vorher schon mal baden gekommen“, begründet die 22-jährige ihren Vorschlag, der schließlich von höherer Ebene abgesegnet wurde.
Nachdem die 400-Meter-Speziallistin die lang ersehnte EM in Göteborg aufgrund einer Grippe kurzfristig hatte absagen müssen, fand sie in Wiesenbad den richtigen Ort um abzuschalten. Vom Baden bis hin zu Gesichtsmasken nutzte Jana Neubert das gesamte Spektrum der Angebote: „Am schönsten waren die Massagen. Aber auch nach den Heilkräuterpackungen bin ich ganz schnell eingeschlafen.“
Obwohl die Leichtathletin dabei gern noch mehr jüngeren Kurgästen begegnet wäre, genoss sie vor allem die Ruhe, um sich zu entspannen und gleichzeitig neue Kraft zu tanken. Schließlich hat sie sich neue Ziele gesetzt und ihr kürzlich begonnenes Training voll auf die WM im nächsten Jahr ausgerichtet. „Zunächst will ich aber eine gute Hallensaison hinlegen und dann bei den Deutschen Meisterschaften unter die ersten Drei kommen“, sagt die 22-jährige, für die die Regeneration in Wiesenbad zu einem festen Bestandteil des Jahresplanes werden könnte. „Ich werde mich im nächsten Sommer darum bemühen, wieder einen Termin zu bekommen“, stellte sich die Chemnitzerin hinter das Projekt „Olympiakur“.
Die nächste Regenerationsphase im Erzgebirge soll im September 2007 direkt im Anschluss an die WM erfolgen. Selbst für einen kurzen Abstecher ist der Terminplan vorher zu eng gesteckt. Schließlich warten unzählige Trainingseinheiten auf die Polizeimeisteranwärterin-genauso wie ihre sportfördernde Ausbildung, zu der gegenwärtig regelmäßige Rundgänge am neuen Berliner Zentralbahnhof gehören.

Quelle: Freie Presse, Andreas Bauer, 08.10.2006